VerbraucherschutzDie Wegwerfgesellschaft

Die moderne Mülltrennung der Wegwerfgesellschaft scheint nur oberflächlich zu funktionieren. Nicht im Sinne der Erfinder ist die Umweltverschmutzung und Kinderarbeit, die damit verbunden ist.
Die Redaktion10. Februar 201815 min

Erst heiß geliebt und dann einfach weggeworfen.

Der Müll, den die Gesellschaft produziert, zeigt sich in dem Schicksal unserer Hightech- Produkte. Viele Geräte werden noch funktionsfähig (am besten gleich mit den persönlichen Daten) weggeworfen.

Wohin die Reise des Elektroschrotts geht, kann man anhand vieler Recherchen von Journalisten nachvollziehen.

Die Reise nach Afrika

Es macht fassungslos, was mit dem Schrott noch alles angerichtet wird. Der Schrott verlässt containerweise Hamburg oder Bremerhaven in Richtung Afrika.



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Hamburger Hafen,  kasaan-media, 2017

Dort wird er durch korrupte Zollbehörden den örtlichen Nutznießern zugespielt, diese sind nicht unglücklich darüber, dass sie von niemandem kontrolliert oder bei ihrer Arbeit gestört werden. Kinderarbeit und Umweltverschmutzung inklusive. Das ist moderne Mülltrennung, die sicherlich nicht so funktioniert, wie sich die Erfinder der Mülltrennung das gedacht haben.

Dabei würden viele Geräte, in Weiterverwendung, noch einen guten Dienst erweisen, sei es auch nur zur Rohstoffgewinnung. Einige Spezies verdienen sich heute schon mit einfachsten Hilfsmitteln im Keller des Hauses eine buchstäblich ” goldene Nase” mit der Extraktion von Gold aus Leiterplatten.

Lange war die Rückgewinnung der Rohstoffe eine ziemlich verschwiegene Angelegenheit, heute werden jedoch auch alte Waschmaschinen und Autos in Einzelteile zerlegt und nach Afrika transportiert.

 

Der Rest wird im wahrsten Sinne des Wortes thermisch verwertet. Die giftigen Dämpfe des Mülls ziehen über viele afrikanische Städte und richten dort eine immense Umweltzerstörung an. Von den gesundheitlichen Gefahren ganz zu schweigen.

Eine Lösung des Problems kann nur erreicht werden, wenn es Möglichkeiten gibt, die die gesamte Verwertung innerhalb der EU ermöglichen. Dadurch würden innerhalb kurzer Zeit, unter strengen Umweltauflagen, Arbeitsplätze geschaffen und im erheblichen Maße Transportkapazitäten gespart.
Darauf in unseren Tagen zu hoffen, ist ein frommer Wunsch.

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