U Boot Bunker Bremen Farge, All Copyrights by kasaan media, 2009-2010
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Eine der Hinterlassenschaften des Hitler Regimes ist die U- Boot Bunkeranlage in Bremen Farge. Auch hier, wie in allen anderen „Bauwerken“ der Nazis, ließen viele Menschen ihr Leben unter der Knechtschaft der Zwangsarbeit. Gerade in diesen Tagen, wo es mal wieder um einen Nazischatz, diesmal in Polen, geht, sollte man sich diese Ruinen genau ansehen, um zu ermessen, was Nazis anderen Menschen antaten.

U Boot Bunker Bremen Farge,
All Copyrights by kasaan media, 2009-2010

U Boot Bunker Bremen Farge,
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Ein Spaziergänger, der über den hohen Weg entlang der Weser kam, sprach uns während der Dreharbeiten 2010 an.
„Das reicht aber nicht, wenn Sie das hier nur fotografieren oder filmen, da muss schon mehr geschehen, weil das, was hier geschah, kann man nicht ungeschehen machen. Niemals“, murmelte er und ging weiter.
Wir sahen ihm nach.
Ein Angler, der sich als Karl vorstellte, zufällig auch des Weges kam, mischte sich in die Diskussion ein.
„Der hat sie doch nicht alle. Jeden, der hier Fotos macht, quatscht er an. Wir können doch nichts dafür, was Hitler gemacht hat. Irgendwann muss es doch mal vorbei sein!“
Er stellte seine Angelrute ab.
„ In einem gebe ich ihm recht, auch ich finde es nicht gut, dass hier ein Tourismus herrscht, ab und zu ein Theaterstück aufgeführt wird und schon gar nicht, dass hier die Bundeswehr ihr Lager da drin unterhält. Neulich ging das Gerücht, dass ein Film in dem Bunker gedreht werden sollte.“
Karl zündete sich eine Zigarette an, blickte auf mein Diktafon.
„Wenn es nach mir gehen würde, wäre all das hier zu versiegeln, weil kein Mensch diese Anlage je abtragen kann und eine Kirche, oder sowas sollte man daneben aufzustellen. Für den Bunker sind zu viele Unschuldige gestorben, die die Nazis misshandelt und gequält haben. An jedem 8. Mai sollte in Gedenken an die Opfer ein allumfassender Gottesdienst stattfinden. Im Fundament haben Bauarbeiter noch angeblich Skelette gefunden. Es sollte nicht soweit kommen, dass es ein Pilgerort für Nazis wird. Ich habe die Angst, wenn die Gedenkstätte kommt. “
 
Dann ging auch Karl, während einige Jugendliche in der Spätsommersonne an dem geplanten Einlass zu dem gigantischen Bauwerk ein Picknick abhielten. Deutlich waren die Einschläge des Bombardements aus dem Krieg zu erkennen, auch die späteren eher kläglichen Versuche der Alliierten diesen Koloss zu sprengen oder zu demontieren auszumachen.
 
Der ehemalige U-Boot-Bunker „Valentin“ nahe Bremen, am Weserknick in Rekum, ist eine Reise in die Vergangenheit Deutschlands, in eines der düstersten Kapitel der deutschen Geschichte. Innerhalb von zwei Jahren wurde ein stählernes, aus tausenden Tonnen von Beton gefertigtes Monument von den Nazis als Fertigungshalle für eine weitere U-Boot Produktion im Speerschen Rüstungsplan errichtet. Was von so vielen Großmannsträumen der verbrecherischen Nazi-Riege in Berlin blieb, ist das kalte Grab von vielen tausend Zwangsarbeitern und KZ- Häftlingen, die unter unmenschlichsten Umständen in die Arbeiten einbezogen wurden.
2010 war es ein verwunschener Ort, eine eigene Hölle,  deren Betonwände von grünen Kletterpflanzen überzogen war, teilweise von der Bundeswehr als Marinedepot genutzt wurde. Nun sollte es, nach dem Abzug der Bundeswehr, Ende 2010, eine Gedenkstätte werden. Seit 2012 existiert dort der Dokumentations- und Lernort in der Baracke Wilhelmine, nachdem der ehemalige Bürgermeister Jens Böhrnsen, eine Nutzungsvereinbarung mit der Objektverwaltung, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) 2012 unterschrieb.

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